Aller guten Dinge sind drei!

2016-06-20 16.45.12Sie gehören zum Wunderbarsten, was man in einem Chor singen kann: die Motetten von Johann Sebastian Bach. „Singet dem Herren“ sowie „Komm, Jesu, komm“ gehören seit längerem zu unserem Repertoire – diesmal kommt neu hinzu BWV 228 „Fürchte dich nicht“.

Jede der Motetten ist anders gestaltet, jeder liegt eine andere Idee zugrunde. Ohne musikwissenschaftlichen oder theologisch-exegetischen Anspruch hier ein kurzer Gedanke dazu:

 

Der Verheißung Gottes aus Jesaja 41, 10 im ersten Teil folgt die mit den gleichen Worten eingeleitete aus Jesaja 43, 10. Zu ihr gesellt sich nun im Choral „Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden“ die Stimme des Beters. Die ganze Motette also ein Zwiegespräch zwischen dem Geber alles Guten und dem dankbar verbundenen Menschen. Bach wäre nicht Bach, wenn er nicht etwas ganz besonderes mit diesem Gespräch anstellte: am Ende sprechen beide einander zu „Du bist mein!“

Jesaja 41, 10

Fürchte dich nicht, ich bin bei dir, weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Jesaja 43, 10

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen.

Choral (Worte: Paul Gerhardt – Weise: Daniel Vetter, 1713)

Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,

du bist mein, ich bin dein,

niemand kann uns scheiden.

 

Ich bin dein, weil du dein Leben

und dein Blut mir zugut

in den Tod gegeben.

 

Du bist mein, weil ich dich fasse

und dich nicht, o mein Licht,

aus dem Herzen lasse.

 

Lass mich, lass mich hingelangen,

da du mich und ich dich

lieblich wird umfangen

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