„Elite singt sich in Waldetzenberg ein“

Einige der besten Sänger Deutschlands trafen sich in der Markuskirche. Als „vox animata“ nahmen sie gemeinsam eine CD auf. Die CD-Aufnahme in der Waldetzenberger Markuskirche war das erste Projekt des neu gegründeten Chors „vox animata“.

Von Paul Göstl, Mittelbayerische Zeitung, 23. Februar 2015

Waldetzenberg. „Und alles nochmal auf Anfang.“ Diesen Satz konnte man sehr oft hören, als sich einige der besten Chorsänger Deutschlands in der Waldetzenberger Markuskirche trafen. Doch warum trifft sich die Elite der Chorszene überhaupt im kleinen Laaberer Ortsteil? „Die phänomenale Akustik und die örtlichen Gegebenheiten passten für unsere CD – Aufnahmen einfach perfekt“, sagt Robert Göstl, Chorleiter des neu gegründeten Kammerchors „vox animata“.

Dieser Kammerchor ist ein Ensemble, zusammengestellt aus den besten jungen Sängern Deutschlands. Dazu kommt, dass der Chorleiter und auch eine Sängerin, Jenny Huber, aus dem Raum Waldetzenberg stammen. „Auf jeden Fall hat sich dadurch meine Vorfreude auf das Projekt zusätzlich gesteigert – in der Waldetzenberger Kirche zu singen, ist jedes Mal wieder ein Erlebnis“, sagt auch sie, „Von einem Heimvorteil in diesem Sinne würde ich allerdings nicht sprechen, da sich alle auf Anhieb wohl gefühlt haben und man von der Akustik der Kirche sofort getragen wird, auch wenn man zum ersten Mal dort singt.“

Sänger schleppten Baumstämme

Doch woher kommt dieser feine Klang, von der die Sänger berichten? Dass die Kirche so gut klingt, liegt wohl vor allem an ihrer Architektur, darin sind sich die Sängerin und der Chorleiter einig. Entscheidend ist die absolut symmetrische, sechseckige Form – es gibt keine unangenehmen Schallüberlagerungen. Sie ist sehr hoch, was den Klang vergrößert, aber sie ist nicht sehr groß und füllt sich deshalb ohne Kraftaufwand mit Klang – der Nachhall ist weder zu kurz oder trocken noch zu lang. Daran, dass später einmal an diesem Ort einer der besten Kammerchöre Deutschlands eine CD aufnimmt, dachte vermutlich noch keiner, als 1991 der Grundstein für das Bauwerk gelegt wurde. Doch die moderne Bauform und das zeltförmige Dach machen die Kirche zu einem perfekten Ort, um die Musik in ihrem kompletten Klangspektrum erstrahlen zu lassen. Und deshalb kann man seit der Weihe im Jahre 1992 in der Markuskirche nicht nur Gottesdienste feiern, sondern auch Konzerte und jetzt sogar erstmalig hochklassige Musikaufnahmen stattfinden lassen. Aber es gab auch kleine Probleme, denen sich der Chor stellen musste: Akustische Störungen von außen sind meist das größte Problem.

„Neben den vorbeifahrenden Autos waren Besonderheiten diesmal eine kräftige Dachlawine am Sonntag und am Samstag ein 32-Tonner Lkw mit Meterholzprügeln, der entladen wurde“, erzählt Robert Göstl. Doch auch dafür fand man dann sofort eine Lösung. Der männliche Teil des Chors wurde zum Baumstammschleppen abbeordert, und so konnte man bereits nach einer Viertelstunde wieder zum Alltag zurückkehren. „Wir hoffen jetzt nur, dass nicht bei jeder CD-Aufnahme irgendjemand in der Umgebung Holz bestellt, um in den Genuss dieser kostenlosen Hilfe zu kommen.“

Der Risikofaktor beim ersten Projekt

Es war wohl auch dieser Disziplin zu verdanken, dass der Zeitplan eingehalten wurde. Der Chorleiter ist mit der Leistung seines Chors mehr als zufrieden: „Die Aufnahmen sind ideal gelaufen und das Rohmaterial ist phantastisch. Nun hoffen wir auf die Kunst des Tonmeisters, der daraus die fertige CD erstellt.“ Man spürte deutlich, dass allen Beteiligten ein Stein vom Herzen fiel, als am 15. Februar die dreitägige Aufnahmephase beendet war. Denn die Aufnahme war das erste Projekt des neuen Chors. „Was bei dem Projekt ein Risikofaktor war, uns letztlich aber anscheinend kaum Probleme bereitet hat, war, dass das Ensemble in dieser Besetzung vor der Aufnahme noch nie zusammen gesungen hatte. Dank der großen Erfahrung, die viele der anderen Mitglieder mitbringen, hat sich der Chor sehr schnell und flexibel aufeinander eingehört. Das macht mir persönlich sehr viel Vorfreude auf die kommenden Projekte von „vox animata“, sagte die Sängerin.

 

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